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All I want
"Irgendwann fühlte ich nur noch Schmerz, und plötzlich entdeckte ich mich in einer Situation, die mir völlig fremd war. Ebenso fremd schien mir mein Verhalten zu sein. Manchmal ist die Grenze einfach überschritten und man lebt in einem Alptraum. So entstand "All I want", um aus diesem Alptraum eine Botschaft in die Realität zu schicken. Mir würde wirklich kein besserer Sänger als Marino einfallen, um das auch wirklich glaubhaft umzusetzen." Steven "Ich kann mich gut daran erinnern, als wir den Song zum ersten Mal aufnahmen. Es muß grausig gewesen sein, denn mein Hund jaulte die ganze Zeit, was man auch schließlich auf der damaligen Aufnahme hören kann. Trotzdem: Ich liebe diesen Song. Der Refrain ist einfach genial. Ich stehe auf diese brachialen Tonhalte-Orgien, die dem überraschten Zuhörer im ungünstigsten Fall das Trommelfell zerreissen." Marino "Von allen Stücken hat dieses sicherlich das größte Mitsing-Potential. Die Stelle ziemlich weit hinten, sozusagen der C-Teil, hat bandintern für ziemliche Diskussionen gesorgt; Marino wollte sie geändert haben, wohingegen Steven und ich sie letztendlich doch ganz witzig fanden. Es klingt wie so'n armer Sünder, der über irgendein anonymes Sorgentelefon bekennt, was er für 'ne Scheiße gebaut hat - wir haben es übrigens wirklich mit einem umgebauten Telefonhörer aufgenommen! Vielleicht machen wir nochmal einen Remix, bei dem wir die Stelle weglassen und stattdessen den Refrain endlos lange wiederholen - für all diejenigen, denen plötzliche Änderungen kurz vor Schluß zuwider sind..." Dietrich I can't wait "Der Song entstand bereits vor vielen Jahren. Ich erinnerte mich an diese innere Unruhe und Ungeduld, gebrochene Herzen können manchmal einfach nicht warten, obwohl sie gerade das tun sollten. Damals spielte ich "I can't wait" schon mit Dietrich in der Band JUNGLE. Später, als ich mein eigenes Studio zusammen mit Klaus Schneider einrichtete, wurde das Stück wieder ausgegraben, und war die erste Aufnahme in den Desperado Studios. 1995 nahm ich dann mit Marino eine dritte Version - unter anderem mit Schlagzeuger Michael Wolpers - auf, die dann als Vorlage der aktuellen Version diente. Für mich hat dieser Song noch immer die gleiche Atmosphäre, wie damals als er entstand." Steven "Stevie und ich kamen gerade zusammen, er zeigte mir sein Studio, stellte mich im Aufnahmeraum hinter das Micro und sagte: "Mach mal." Ich kam gerade von einer Rockband, in der ich jahrelang nur geschrien hatte, und sollte nun einen ruhigen Song singen, in dem es auf jeden Ton ankam. Nun, in den vergangenen Jahren hat sich der Gesang kaum geändert, es kann also gar nicht so schlecht gewesen sein. Ich finde, erst durch Dietrichs Keyboards ist der Song endlich fertig, hat Grazie und Würde gewonnen." Marino "Dieser Song ist schon mal mit einer konventionellen Band-Besetzung aufgenommen worden. Die ersten Entwürfe waren dann ähnlich, bis wir uns ziemlich spontan dafür entschlossen haben, etwas ganz anderes zu machen und daran auch bis zum Schluß nicht mehr gerüttelt haben. Ich mag die etwas "strange" Atmosphäre, die einen schönen Gegensatz zu der klassischen Songstruktur schafft." Dietrich You know "Liebeslieder, Liebeslieder, Liebeslieder... Ja genau, ganz einfache Liebeslieder. Mit der ebenso einfachen Botschaft "Ich liebe dich"! Manchmal ist alles gesagt, alles getan, und dennoch passiert überhaupt nichts. Oder vielleicht gerade deshalb? Oder man bekommt einfach nur einen Spiegel vorgehalten und sieht ihn einfach nicht. Um Hilfe zu erhalten, muß man sie auch wollen. Aber wer hatte diese Hilfe überhaupt nötig?" Steven "Anfangs konnte ich mich nie anfreunden mit dem Stück. Doch je mehr wir daran gearbeitet haben, desto besser gefiel es mir. Als wir den Song dann schließlich für die CD aufgenommen haben, wurde er zu meinem Freund. Am schönsten finde ich den Beatles-Chor, den ich unter Anleitung von Stevie und Dietrich einsang. Ohne die beiden hätte er ganz anders geklungen." Marino "Schon sehr witzig: Gitarristen rufen immer "mehr Keyboards!!!", wohingegen ich immer gerufen habe: "mehr Gitarren!!" Aber ich hatte eben ein Ausrufzeichen weniger... Dieser Song mußte einige Arrangementänderungen über sich ergehen lassen - mit im Rennen war u.a. einige Zeit lang noch ein Cembalo sowie ein anders strukturierter Refrain, außerdem war das ganze Werk ursprünglich eigentlich halftime gedacht. Wer genau hinhört, bemerkt, daß die Drumloop unglaublich laut knistert - noch von der Schallplatte her..." Dietrich Nightfall "Die Idee zu diesem Titel entstand zwischen Weihnachten und Silvester 1997, als ich gerade bei meinem Freund Michael Neubauer die Wohnung hütete. Michael war gerade in den Staaten und besuchte seine neue Liebe. Ich hatte meinen Acht-Spur-Recorder mitgenommen, und nachdem ich einige seiner CDs gehört hatte, beschloß ich ein weiteres ruhiges Stück aufzunehmen. Ich hatte einen Tag vorher gerade "Private Dancer" fertiggestellt. Es wurde immer später, und aus dem Country-Lick entwickelte sich etwas anderes. Mitten in der Nacht wurde mir klar, daß dieses Stück keinen Text mehr brauchte. Eine Woche später bat ich Marino mir diese beiden neuen Songs für Steffi - meine Freundin - auf CD zu brennen. Es sollte ein Geburtstagsgeschenk werden. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Stück noch keinen Titel. Marino war völlig begeistert und sagte, er hätte die halbe Nacht immer und immer wieder nur diesen einen Song gehört, während er noch am Computer arbeitete. Ich wußte immer noch nicht, welche Art von Song das jetzt eigentlich war, aber nun drängte sich der Titel förmlich auf: Nightfall!" Steven "Ich bekam eine Kassette von Stevie, die ich auf CD brennen sollte. Wir hatten uns gerade festgelegt, welche drei Songs wir für die CD vorbereiten wollten, hatten damit auch schon im Studio von Dietrich angefangen. Ich hörte nun diesen Instrumentalsong mitten in der Nacht, als ich noch meine epischen Elaborate über die hannoversche Musikszene verfassen mußte. Nun, die Arbeit stockte immer mehr, doch die Überzeugung, daß dieser Song noch auf die CD mußte, wuchs stetig. Am nächsten Morgen rief ich Stevie an, und erklärte ihm, daß dieser Song einfach auf unsere CD gehören würde. Ich machte ihm allerdings auch klar, daß ich dafür sogar töten würde. Das hat ihn überzeugt." Marino "Es gibt nicht mehr viele Instrumentals heutzutage, darum dieses Stück, das auch auf einer Meditationsmusik-CD seine Berechtigung hätte. Was denn auch dem Gerücht Nahrung gäbe, daß überraschend viele Rockmusiker regelmäßig meditieren. Ich liebe den Gitarrensound im B-Teil, eine 12-saitige Rickenbacker - sowas hört man nicht so oft..." Dietrich |
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